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H7 Ich suchte in der Ferne mit meinen Augen das Nahe und in einer Minute die Zeit.

 

 

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Vielleicht; Was unterscheidet Deine Zeit von meiner Zeit? Vielleicht ihre Länge oder die Dauer oder die Anzahl der Gedanken? Vielleicht könnte ich es herausfinden, wenn wir tauschen würden und ich in Deiner Zeit und Du in meiner Zeit einwenig spazieren gehen würdest. Vielleicht würdest Du ganz andere Dinge in meiner Zeit entdecken, wie ich es immer tue und ich Deine Zeit ganz anderes erleben, wie Du sie stets erlebst? Vielleicht sitzen auf Deinem Dach andere Tauben, wenn ich es als mein Dach betrachte und die Tauben als meine Tauben, obwohl sie in meiner Zeit auf dem selben Dach, nämlich dem Deinen, sitzen, während Du und Ich auf sie schauen und daran denken, dass wir unsere Zeit getauscht hätten.

 

 

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K2 Die Gleichzeitigkeit. Die Entstehung eines Zeitraumes, der eine Minute lang dauert, ist in seinem Ausmass kaum zu sehen. Ansatzweise war es mir möglich, in einem Augenblick von Gedankenlosigkeit so etwas wie ein Raumgefüge zu erkennen, das ich als einen Farbwechsel zwischen zwei Wellen beschreiben kann und ich im Nachhinein nicht mehr unterscheiden konnte, ob ich in oder um mich schaute.

 

 

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N7 In einer anderen Zeile, versuchte ich eine Formel für „Welt“ zu finden. Es wurde ein mehrteiliges Gebilde aus Zahlenreihen, Farben und einem Alphabet aus Zeichen und mehreren Achsen, um die sich alles dreht.

 

 

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Ginge die Zeit nicht, würde sie stehen bleiben.

 

 

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Ich hatte über die Dinge nachgedacht. Nichts ist, was nicht kommt und geht, in seinem Sein, nur manchmal, so scheint es mir, kann ich nicht genau beschreiben, ob das, was ist, auf mich zukommt oder schon im Begriff ist, von mir wegzugehen.

 

 

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T8 Aus dem Vielen, das sich ergab, nahm ich etwas und zeichnete es als einwenig Blau. Es schien vor der Zeit zu existieren, da es keinen Anfang und kein Ende hatte. Erst als ich ihm in seiner Geschichte einen Raum hinzufügte, sah ich, dass es vor und nachher eine andere Konsistenz hatte und so war, wie eine kleine Wolke. Es löste sich auf.

 

 

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N6 Die Zeit vergeht.

 

 

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H6 In der Nacht hatte ich die Minuten nicht mehr gezählt. Sie schienen mir zu wertvoll, mit dieser kleinen Scheibe Uhr in Verbindung zu bringen, die doch immer nur reflektiert, dass wieder und wieder eine Vergangenheit entstanden ist, kaum wahrgenommen als eine gegenwärtige Erscheinung von Jetzt und die ich nie mehr vor Augen, sondern immer nur aus der Erinnerung an ihre vergangene Gegenwart, sehen kann, vor der ich dann stehe und darüber nachdenke, ob die Anzahl der Minuten zwischen mir und der Linie Horizont an einem grossen Meer die gleiche ist, wie an einem kleinen Meer.

 

 

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P3 Installationsplan1, mit Materialliste. Den Überblick in einer so komplexen Arbeit zu halten, ist ein spielerisches Vorgehen, mit dem was vorhanden ist und dem was entsteht. Ich arbeite unzensuriert, das heisst, ich arbeite so, dass ich alles, was ich tue und beobachte dieser Arbeit widme und so ein komplexes vielstimmiges Gebilde erhalte, das zwar einer Linie und einer Minute und einem Ton gewidmet ist, aber schlussendlich alles beinhaltet, was zu dieser einen Arbeit und zu diesem einen Raum führt. Alle zwei Wochen zeichne ich einen Plan, eine Art Landkarte, die das, was ich habe zusammenfasst, um zu sehen, was ist, was noch nicht ist und was ich weglassen oder in eine neue Richtung führen kann. Wenn ich an einem kleinen Teilchen oder einem Clip arbeite, weiss ich immer, dass es sich in ein grosses Ganzes einzufügen hat und das grosse und Ganze in seiner Ausrichtung bestimmen wird. So habe ich die grösstmöglichste Freiheit und die grösstmöglichste Konzentration, mehrere hundert Minuten Arbeit zu einer Minute in einer Installation zusammenzubringen.

 

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