5/26 – Werke auf Reisen



Klostertuch – Wo fängt der Himmel an? 2026, 440 x 70 cm, Handstickerei auf Baumwolle
Wo fängt der Himmel an? Diese Frage beschäftigt mich seit meinen frühen Kindertagen.
Wo fängt der Himmel an? Die Worte klingen wie eine Tonspur, ein Singsang in meinem Ohr und begleiten mich durch das Leben und Arbeiten. Sie sind ein roter Faden, eine feine Zeichnung, vor mir ausgelegt, eine Kartografie, der ich folgen und mit der ich die Welt entdecken und verorten kann.
Im Klostermuseum St, Johann, Müstair, im Winterchor, begegnete ich erneut dieser Frage, während ich unter der Dachöffnung stand, durch diese das Licht in den Raum fiel und der Himmel zu sehen war. Diesem Augenblick ist die Stickerei, das Klostertuch gewidmet. Wie früher die Nonnen mit Nadel und Faden Bänder und Gewänder bestickten, folgte ich Stich für Stich, diesem Augenblick, in dem der Himmel mit dem Licht vor meine Füsse fiel. Ich zeichnete die Spur, die nach und nach Bild und Raum, Inspiration, Erinnerung und Gegenwart wurde und das Erlebte auf dem Spaziergang durch das Kloster, der Umgebung und durch das Tal weitete, zu einer Kartografie, zu einem Weg. Die Stickerei fächert die Zeit auf, das Gesehene, die noch sichtbaren Wand- und Deckenfragmente, Zeichnungen und Gemälde, Ausstellungsobjekte, die Schatullen, Bänder, Stoffe und die Klosteranlage selber.


















