Ich hatte nicht an die Zeit gedacht. Sie hatte sich einfach in mir ausgedehnt. Weder vor noch hinter mir sehe ich ihre Ufer. Ich versuche mir ein Bild von etwas zu machen, was ich noch nicht weiss, während ich die Herbstblätter betrachte, die der Wind durch das offene Fenster vor das Bett geweht hatte. Ich träume ohne zu schafen und die Gedanken bauen Kathedralen.


ZEICHEN-ZEIT-LICHT
Galerie Hilt, Basel, 18.10. – 22.11.2008
Vernissage : 18.10.2008 14-17 Uhr
Finissage : 22.11.2008 14-17 Uhr


Sand: Vor meinen Füssen Deine Spur.
Refrain. Einen Augenblick lang dachte in an nichts. Gleichzeit an etwas, das sich wiederholt, an eine kleine Geste, an ein Wort, vielleicht eines, das ich mir wünschte, Venedig, oder Meer oder Nacht oder Liebe. In diesen sanften Buchten der Schläfe, an diesen Stellen neben den Augen, scheint mir der Ort zu sein, an dem Vergessen und Erinnern das selbe bedeuten, das selbe Bild einem Satz entlocken. Ohne gedankenlos zu träumen, ohne sich von jemandem ein Bild zu machen, ohne sich die Wirklichkeit zu buchstabieren, ohne sich in eine andere Geschichte zu erfinden, ohne die Gold gewordnen Blätter zu einem Herbst zu sammeln, ohne dem andern zu zuhören, ist alles nur die eine Sicht zum Horizont. Ohne das, was geschah, geschieht nichts. Einen Augenblick lang dachte ich daran, dass das was ist nur ist, weil es so ist, wie es wird; ein Anfang der Geschichte, die sich fortsetzt, weil sie nie endet, weil das Ende des Anfangs von Zeit zu dem wird, was in der Erinnerung sich selber vergessen hatte. Ich sah den Schwalben entgegen, die heimkehrten von einem Ort, an dem sie angekommen waren. Immer kehren Schwalben an diesen Ort zurück, den sie verlassen werden, wenn sie heimkehren und doch ist diese und jene Stelle in einem Augenblick die selbe.
One Minute Film+Video Festival, Aarau

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August 2008, One Minute Film & Video Festival Aarau, Opus nò// Nautilus 2.
Lied: Ein kleines Stück Ewigkeit um das ich weiss und jeden Augenblick doch neu erfinde, als eine Stunde zwischen Stunden, vielleicht als Wort, das ohne Bild, ein Schatten der Geschichte ist, die Zeit umschreibt und ich nicht sage, dass ich schweige, was eine Zeit in einer Zeit in Worte fasst. Vielleicht krönt es das Leben, wie ein Wind die Wellen, die am Ufer sich selber überrollend, zu anderen Wellen werden, ohne dieses zu verlassen, was sie als Wasser sind.


Realität: Zu keiner Zeit, dachte ich an sie. Sie kam, als wäre meine Leben ein Ufer, an dem ich stehe und mich ihr in die Arme sehne.


Zwischen den Oktaven einer Zeit. Ich bin auf Reisen.


Oktave. Immer, wenn zwei Menschen sich begegnen, über eine kurze oder lange Zeit, ensteht eine neue Oktave, einen Garten, eine Welt in der Welt und die Sprache.


sonus. Hinter den Augen, dort, wo der Augenblick sich öffnet, wo andere Ufer ein Meer einfassen wie diese, die Zeit in ihrem Fliessen halten, ist der Horizont eine feine Linie Berührung, eine Saite, wie diese einer Geige, die von einem Bogen in Schwingung gebracht, einen Ton unendlich stimmt.


