14/16-Soleur//Materialien

 


Ein Arbeitsheft: 17.2.16 / Nachtrag vom 5.12.15 // Aufzählungen // Diverse Überlegungen: Eine Leichtsinnigkeit mischte sich in den Tag. Über der Aare zogen Möwen Kreise. Wasser, Wolken, Schweben, Nebel, Stille, die einsetzte, durch die plötzliche Abwesenheit eines, mit dem Gehörsinn fokussierten Geräusches, Stille, im Augenblick, als wir an Schnee dachten, während wir nicht dachten, Stille, bevor der Zeiger der Uhr zur nächsten Sekunde rückte, im Augenblick bevor der Atem wendete, Stille, als sich nichts regt, weder ein Blatt, noch ein Wind, noch eine Emotion, noch ein Rascheln, Stille, als das Kritzeln der Feder am Ende einer Zeile angekommen, sich vom Blatt absetzte, Stille am Ende des einen Wortes bis zum Anfang des nächsten Wortes; das Ende der Stille war der Anfang von Schweigen… der Punkt, der Anfang einer Linie… hier wäre es möglich mit dem Bild anzusetzen; ist es möglich ein Bild zu malen, das im Betrachter Stille bewegt? Ist Stille leer von Bewegung oder bedeutet Stille konzentrierte richtungslos seiende Konzentration von Energie? Ich versuchte: stilles Wasser der Aare, ein leeres Blatt, der noch leere Raum im 2. Obergeschoss, das Becken eines leeren Brunnens….

 

13/16-Soleur//Materialien

 


Ein Arbeitsheft: 16.2.16 / Nachtrag vom 21.11.15 // Rapport // Einzigartig; Das Wasser uferlos, nahm es in seinen Lauf, den Wald mit seinen Wirbeln, das Fliessen, tausendfach angestimmt, eine Welt aus Tönen, eine einzige Melodie, ohne ein Ende, ohne ein Anfang, stets ein Refrain, ein Baldachin über der Waldtallichtung, umgeben von Quartieren und den, in diese Zeit eingefügten Nahtstellen. Hunde bellen, Jogger laufen in grellbunten Anzügen durch die Stille. Im Schattenwurf die Dämmerung, ein einziges Fenster im kleinen Haus unter dem Felsen, über dem Felsen der Wald. Räume, die unruhigen Seelen, die den Weg ab und auf eilten, „in ihrer Einsamkeit,“ einem Frieden zu finden, Gespräche im Stillen zu führen, einzutreten in ein entsprechendes Schweigen, in die Konzentration, um über die Unstetigkeit im Blättern zu sprechen, und die, im inneren angelegten Alphabete zu entschlüsseln.

 

12/16-Soleur//Materialien

 


Ein Arbeitsheft: 15.2.16 // Nachtrag vom 21.11.15 // Gleichungen // Reflektionen: Es war vielleicht nur eine Ahnung, wer man war, ein kleines Partikel Staub im All, das viel grösser war, als errechnet: 11x11x11x11x111x11 und so weiter, bis nichts mehr zu verstehen übrig und die Dinge dem Verstand entglitten. Ein Wort, ein kleinstes Bild, das es zu begreifen galt, die Welt, eine Formel, ein Rätsel, ein Schlüssel, einige Zeichen auf weisser Fläche vor nebligem Grund, ein Sonnenlicht spiegelte ihre Schleier und das zwischenzeitlich aufblitzenden Blau eines Himmels, flüchtige Schatten in die Zeit gespiegelt, reflektierte Augenblicke einer chromatischen Folge, umgeben von diesem Grün, stellenweise von Bergen, der Turm hütete die Stadt, stoisch und unverrückbar, als wäre er das Zentrum, als wäre er die wichtigste Figur auf einem Schachbrett, neben der Kirche mit den Türmen und Treppen und Bögen.

Spiegelung: Ich durchwatete den Blättersee, der vor mir ausgebreitet über den Weg und die Hänge, beidseitig des Bachlaufs, Biegungen und Bögen, gefallen war, über den leichte Schwung des Weges. Jeder Schritt wirbelte die so eben gebildete Anordnung in eine neue, andere, die Blätter, die auf der Wasserfläche angeschwommen kamen, fügten sich wieder in die Baumkronen der sich spiegelnden Bäume ein, so tauschten die Bäume ihre Blätter mit den Bäumen ihrer Spiegelung, ein Spiel des Vergehens.

 

11/16-Soleur//Materialien

 

Ein Arbeitsheft : 14.2.16// Nachtrag vom 2.12.15 // Richtungsangaben // Einrichtungen // Ein kleiner weisser Raum. Wie weit ein kleiner weissgestrichener Raum sein konnte, wie eng er auch war! Das Wenige und das Viele, hoben sich in ihm auf, ineinander verschlungen, vier Wände zwei Fenster ein Eingang ohne Türe, ein Ofen Leitungsverläufe zwei Simse, ein Hauch Licht, ein weissgestrichener kleiner Raum, mit einem leicht knarrenden Riemenboden. Ein leichter Wind konzentrierte die Gedanken, kehrte sie in die Nische und raschelte im Laub, dann wäre es still, in diesem Ausschnitt Landschaft. Von der Brücke aus verlief sich das Band in der Ferne, türmte sich zu einem Berg aus weissem Gestein. Wir begannen mit der Wolkenlesung, während die Glocken über die Dächer bunten Bögen beschrieben, den Tanz des Lebens. Auch mit geschlossenen Augen waren die Töne zu sehen, ihre Wirbel in der Zeit und aus kleinen Fischen sprühte Wasser in sein Becken.

Lose Wortfolgen // Ein Tor und mehrere Türen. Das Blau, ein Himmel. Eine Hochzeit, vielen Farben. Ein Schiff, das Leben in seiner Liturgie. Eine Treppe, warten. Eigenartiges in ein Bild fassen, eine Folge aus Ahnen rechtwinklig entstiegen sie ihm. Stufe um Stufe, dazwischen die Schritte im Raum, im Nebenraum nichts als diese Stille vorhanden, Nebel und Hüllen, umworten, wir lachten uns zu und eine Windstille entglitt, entschwebte der lauten Stimmen lästig und überdrüssig. Am Ufer sassen wir, auf den Stufen, Zeile um Zeile, ein Sog, wir staunten und versprechen uns Wiedersehen im Vorbeifliessen und Schwäne und so begegneten wir uns, die Musik spielte und die Zeit lies uns verlaufen, sie entliesse uns grenzenlos innerhalb des Gemäuers, ein roter Turm, eine Uhr, ein Platz, ein Brunnen, Wasserspiegel, wir schliefen in des anderen Worten und alles was es zu geben schien, drehte und wirkte uns zur Welt.

 

10/16- Soleur//Materialien

 


Ein Arbeitsheft: 14.2.16/Nachtrag vom 1.12.15 // Randnotiz: Zu finden! Nichts was das Auge festhält, der Verstand, die Logik und die Gedanken. Wohin wird uns ein weiteres Ende der Welt in der Zeit treiben? Die Erde war rund und die Zeit lag lang und ausgedehnt um uns, alles weitere war ungezählt, planlos und ohne Absicht, ein treibendes Gut und diese Leerstellen in leeren Gassen, in leeren Fenstern, über dem einen oder anderen Steg. Wolkenbrücken verbanden Unwirklicheiten. Nichts war von Bestand und alles bestand aus Lücken und dem Ausbleiben der Worte, ewige Augenblicke in einer Verlorenheit, in einem Spiegel Landschaft, in einem Spiegel Menschsein, wir verweilten, wir betrachteten die Dächer, die Häuser unter uns, es zog einen von hier fort und wieder zurück. Schwalben, die wir waren, Gedanken, Wörter, Züge.

Zwischenkomentar // Eine Kontemplation einrichten, eine räumliche Sicht in die Wiederholbarkeit des Lebens, in sein Hin und Her, in seine Einmaligkeit, in seine Gegensätze und Zusammenhänge, in das sich Ergänzende seines Wirkens, in seine Auflösung; eine Sammlung, eine Sammlung Worte, eine Sammlung nicht Alltägliches in einem Haus einräumen, das für die Alltäglichkeit errichtet wurde.

 

9/16-Soleur//Materialien

 


Ein Arbeitsheft: 27.1.16/ Nachtrag vom 29.11.15 // Geschehen: Stimmungsbild einer Recherche // Wir lösten uns aus einer Bildtradition und ihrer gewohnten Szenerie und wanderten flussaufwärts. (In allen Bereichen Wind.) Wir waren und blieben aus der Ordnung gefallen. Wie Blätter wirbelten wir von einem Gedanken zum anderen, haltlos in einer besinnlichen Zeit, in Erinnerungen versunken, die Landschaft, der Berg und Tannen. Möwen kämpften sich durch die Böen, kleine Wellen schlugen weissen Schaum zwischen die Ufersteine, Laternen wiegten, unruhig wippten ihre Lichtkegel über die Strassenpflaster. Stürmisch und windig wie wir waren, waren die Bilder in unseren Herzen. Wir suchten Einlass, ein umwärmendes Licht, wir suchten der Trübnis zu entfliehen. Die Dunkelheit lag über die Dächer gebeugt als einziger Trost. Im Wirbel der Zeit blieben wir von uns selbst ungesehen. Unentwegt, (ohne einen Weg?) schlenderten wir durch die Gassen. Wir schauten, blieben stehen und gingen weiter. Die Unruhe blieb als eine Art Verletzbarkeit in uns. Wir ahnten unser „Entkommen“ unsere Einsamkeit und suchten den rechten Weg, wir durchstöberten den Tag bis zum Abend, als würden wir finden, wir streiften die Wünsche in einem fort von unseren Schultern, als wären sie Vögel, die auf ihnen gelandet, uns stetig in die Ohren sangen, mit den Flügeln flatterten, aufflogen und Stürme erzeugten, in unseren Köpfen. Wo war nur der Schlüssel geblieben, der Schlüssel zum Tor, das Himmel und Erde verband? Materialien: ein work in progress: eine Aufzeichnung des Werdegangs der Ausstellung mit dem Arbeitstitel: Soleur.

Zwischenzeilen Schnell liess es sich vom Anfang bis zum einem Ende dieses Ortes gehen, vorbei an riesigen Häusern, kleinen Abschnitten Gärten, langen und kurzen Geschichten, zahlreichen Katalogen von Geschehnissen, eine Sammlung kleiner Tannenreisighügeln über den schlafenden Rosen.

 

8/16-Soleur//Materialien

 


Ein Arbeitsheft: 28.11.15 // Geräusche // Bezüge // Wir blieben in einem sehr zeitaufwändigen Spiel: Erinnerungen an leere Stellen eines Überganges; wo kein Gedanke hinreichte, und so weiter … es ergab sich… es schüttete sich über den Teppich, aus dem Fenster, über den Sims, unter die Arkaden, es mischte sich unter die Schritte, die Rufe und das Bellen eines Hundes. Im Nachbarhaus klapperte Geschirr, Blumen wurden überreicht, „über die Gasse“, Gedanken verschoben, die verblichene Ansicht, von einem Sepiahauch überzogen; die Stadt mit ihren Hausreihen und einigen Lichtern im Fenster. Es dämmerte. Wer dämmerte? Die Aare zog die Helligkeit nordwärts, die Hügel rückten näher, die Wolken, ein Abend wird Nacht und die Schritte in der Gasse verebbten, zeitlos, in eine andere Wahrheit. Sie entglitt. Mit jedem Augenblick nahm sie eine neue Gestalt an, löste sich in ein Andenken, in eine Karte mit Grüssen, in Namen, in etwas Kleingedrucktes aus der Ferne. Die Schritte gingen, weiter, aus der Zeit, nebenan plätscherte das Brunnenwasser in sein Becken. Es blieb sich hier einsam, man löste sich, mit der Zeit, aus ihr selbst, wie Wasser. Materialien: ein work in progress: eine Aufzeichnung des Werdegangs der Ausstellung mit dem Arbeitstitel: Soleur.

 

7/16-Soleur//Materialien

 

Ein Arbeitsheft: Nachtrag vom 26.11.15 // Verwerfung und Beobachtung // Durch das Haus zu wandeln, so als sei es noch nie betreten worden; Es war an den Rändern des Regens, (dort, wo er in Schnee überging). Er fiel. Lange schon hing sein Duft über dem Wasser; als müsste er die Ewigkeit begründen lies er auf sich warten und wir warteten mit ihm. Nebenbei, so schien es, verliefen sich die Spuren eines Vorhabens. Schneebedeckt blieben sie und hinterliessen unwiderrufliche Lücken in uns. Wind kam auf. (Eine Vergangenheit, eine gegenwärtige Zukunft?) Während wir durch das Haus liefen, Räume durchquerten, ab und an uns auf eine Treppe setzten und uns umsahen…. die Räume waren leer. Unsere Schritte vertrieben Staubpartikel von ihren Plätzen und aus Nischen. Die Bodenriemen knarrten. Vor der Fenster hing dichter Nebel: Eine Lücke, weiss, eine Lücke die von einem Schwall Gedanken gefüllt wurde, mit ihr der Nebel, das Haus, die Gasse, die Stadt und der Fluss. Die Hügel blieben fern, die Anhaltspunkte und der Zweifel spielten mit ihnen Rochaden. Materialien: ein work in progress: eine Aufzeichnung des Werdegangs der Ausstellung mit dem Arbeitstitel: Soleur.

 

6/16-Materialien//Soleur

 


Ein Arbeitsheft: 11.1.16 / Nachtrag vom 23.11.15 // Anordnungen und Materielles // Papiere, die Stille kleiner Papiere, kleiner atmenden Papieren mit Lücken, Atemlücken, kleinen Wolken die aufflogen und schwebten, eine Stille im Ein und Aus grosser Papierfelder, Felder und Hügel, Papierhügel, leichten lichten kleinen Hügeln, die das Blau säumten, ein unsichtbarer Saum dem wir entlang liefen und kleinen Strichen, er hinterliess Stiche, wir hinterliessen Worte, Spuren aus Worten, Flecken, Zeichen auf kleinen atmenden Papieren, die über den Himmel schwebten, von ihm fielen, hinaus in die Weite eines unentdeckten Raumes: Wir kehrten in einen Zustand zurück von dem wir ausgegangen waren. Er war nicht mehr derselbe, er würde nie mehr derselbe sein, wenn wir ihm erreichen würden! Das Menschsein, die Zeichen, die Sprache, die Stille über den weissen Flächen ein gestrichenen Papieres. Und da waren diese Erhebungen, die keine wirklichen waren, eher Ansammlungen von kleinsten Formeln und Partikeln. Materialien: ein work in progress: eine Aufzeichnung des Werdegangs der Ausstellung mit dem Arbeitstitel: Soleur.

 

5/16-Materialien//Soleur

 


Ein Arbeitsheft: 10.1.16 // Fussnote// Gräser leuchteten und zwischen ihnen wippten kleinen Funken auf der Aare Richtung Stadt. Wir blieben und staunten. Schnee lag auf den Hängen über uns und leuchtete im fahlen Licht eines sonntäglichen Nachmittages. Sie lagen schweigend wie offene Bücher seitenweise weisse Tücher über die Hügel ausgerollt eingepasst zwischen die Tannen.

 

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