32/18 – Mäander

 


Hiking2 oder das grosse Staunen // Es war eine andere Verbindung. Gemeint wäre zwar dieselbe. Später habe ich erfahren, dass dieser Ort nicht im Netzt angeschlossen ist. Keine Haltestelle kann so gefunden werden. Niemand wird ankommen, wo ich hingegangen bin. Das Tal liegt weit über den anderen Tälern. Schmal, ja grazil zieht es dem Himmel entgegen. Es endet, wo es Geröll wird und zu einer Passage Steine. Bis in ein Blau reicht sie. Abgelegen. Fremd. Sich selber. Ein Anbeginn, denke ich. Der Wind rollt kleine Steinchen vor sich her. Sie kullern in das Gurgeln eines Rinnsals. Vögel fliegen auf. Ich denke an Venedigs Tauben auf dem Campo, an seine Kathedralen, die um ihn stehen. Gipfel sind ebensolche Kathedralen. Sie säumen die Stille. Sie hüten deren Geheimnis. Berge bergen es. Das Echo ist ihr Wächter.

 

31/18 – Mäander

 


Experiment408 Der Versuch einem Einhorn zu begegnen – Täler
In diesen Lücken der Zeit, sind wir. Wir bewegen uns zwischen Schlafen und Wachen, zwischen Suchen und Wort. In diesen Lücken, die wir sind, suchen wir zu finden, was ewig dauert und bewirkt. Wessen Wirklichkeit wir auch sind, wir sind ihr Erscheinen, kleine Punkte, Schatten im Licht und leuchten einwenig im Irrlichtern der Welt.

Wohin wir uns in Verbindung sehnen, sehen wir uns im Vergehen und Geborenwerden. Was wir sind und was wir nicht werden, mag verstörend wirken, wissend sind wir und was wir nicht wissen werden, ist das Geheimnis des Lebens Lücken und ihrer Zeit.

Ziehe ich einen grossen Bogen durch die Landschaft vor meinem Fenster, sehe ich den Inn, seine Quellen, bis hin zum schwarzen Meer, fliesst er, bringt und trägt fort, was er ist, Wasser und Wasser und Wasser und sein Anbeginn, durch meine Lücken.

 

30/18 – Mäander

 


Es sei in dieser Erklärung ein Berg / angefangenes Fragment einer schwebenden Kraft / nie wird es ein ganzes Bild sein / in seiner temporären Vollkommenheit / schwindet es und löst sich auf / ohne sich jeweils erklärt zu sehen, dort wird es Erscheinung / ohne eine dieser Erweiterungen zur Fülle zu bringen / rechnen wir unablässig einwenig ohne Vergangenheit / in dieser Ewigkeit. Der Geist ist nicht flüchtig! Er ist nur schwer zu fassen mit dem Willen.

 

29/18 – Mäander

 


Landschaftsverschiebungen Wo in dieser Ebene der Welt liegt die Erde in einem Wasser aus diesem Berge hinaufragen in den Himmel und ihn einwenig verdrängen so dass die Winde über die Seen kräuseln und Wellen werfen die den Fels und das Geröll auftürmen und wie Flüsse strömen sie aus den Quellen ihres Seins zum Tal. Dort gehen wir durch unsere Wirklichkeiten.

 

28/18 – Mäander

 


picnic with fairies…. wir bereisen den Tamangur… // …1sonne… 1himmel… 1murmeltier… 1/2erdbeermarmeladenbrot… 1/2erdbeermarmeladenbrot ohne marmelade (hat 1pferd gefressen…) 1reh… 1ige kühe- sehr viele kühe… 1bach… 1wald… 1alphütte zerfallen… 1weg… und 1igewunder… Diese leuchtenden Zustände einer Abgeschiedenheit.

 

27/18 – Mäander

 


Vorübergehend. Ein Schweigen. In ihm Worte. Ein Inn, sein Rauschen, Tag und Nacht vor meinem Fenster. In diesem die Spiegelung. Zeit und nicht zeitliche Ordnungen. Lese ich. Manche Worte sind vielversprechend einen Himmel. Blau. Und Wiesen. Diese Berglandschaft ist mein Acker. Und. Welcher Grund öffnet sich aus den Tälern unserer Selbst. Wo wir ewig sind, wandeln wir ewig. Die Zeitungen werden es nie vermelden. Das Ufer ist zu weit entfernt. Der Augenblick.

 

26/18 – Mäander

 


Wo beginnt Zeit Zeit zu sein? Das Geheimnis bleibt. Eine flirrende Poesie. Ein Wiesenstück. Ein Berg.

 

25/18 – Mäander

 


Eine Kleinigkeit aufheben und sie übersteigen. Wessen Anfang ist in diesen Tälern geschrieben, durch die ich gehe und mich begreife, als wäre ich ein Berg, um den ich wandle? Gärten bescheren mir einen Duft, der mich hinzieht. Blumen, farbige Schwaden im Sinn, den ich zu erreichen gedenke.

 

24/18 – Mäander

 


Gleichung. Eine Quellsammlung. Ein Mäander der Wassergeraden. Offenbar. Ein Konzentrat aus Dichtung und Fluss. Die sprachlichen Ansätze. Sicherlich wären die Ansichten auseinander zu dividieren, das filigrane Netzwerk verwobener Fragmente. Doch. Ein sezieren der Ganzheit, ergibt kein Wiesenstück. Die Schau gebiert sich anderorts. Regen fallen auch hier.

 

23/18 – Mäander

 


Mäander // Diese, anderen Seiten, Grenzbereiche der Gegenwart, die nur die Sprache zu überbrücken vermag, Leeren, angefangene Konzentrate, konzertante Wortgefüge, ein Leerschlag in der Geschichte. Ließe sich die Zeit lösen, von dem was sie hält, wäre die Welt Welt.

 

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