


T1. Eine Textminute aus dem unendlichen Satz der Zeit. Tempo fugato ist die Überschrift dieser Installationssequenz. Die Zeit ist in ihrem Aufbau nicht nur linear, sie ist wie in Träumen aus tausenden von einzelnen Wahrnehmungsmomenten zusammengefügt, zu einer einzigen grossen Fuge, die wir Welt nennen und Raum und Zeit. In den Minutentexten zu einzelnen kleinen Bildteilchen, notiere ich Ausschnitte aus diesem Gebilde. Die Texte die in Genua und am Hallwylersee entstanden sind oder noch entstehen werden, führen das sprachliche Element als einen zweiten roten Faden durch die Installation. Sie werden über einen Beamer als Schrifttafeln in die Wandkomposition eingefügt.
Wenn in Nachtzeiten die Tage sich ausdehnen und der Sommer den Winter nicht mehr einholen kann, dann sind die Frühlingstage ein einziger Duft aus Blumen und Blüten und Bäumen. Die Flieder gaukeln im Wind, die Möwen landen auf Kronen, die sie ein Stück weit von der Küste wegtreiben, die Linien zerflechten im Wind, das Konzert mit den Grillen über uns auf Pinienbäumen, dort beginnt die Dämmerung und das Blau ist über all, ob oben und unten und innen drin, in diesen Räumen, die unsichtbar die Stunden in ihren Bahnen halten, als wären sie Planeten am Firmament im Kopf des Menschen, der einen andern umarmt und sich an Nächte und Tage erinnert, in denen Zeit kein Mass mehr war, diese Dinge zu denken und zu tun, die in ihm träumen und er sich bangt davor, ihnen in die Augen zu sehen und den Bleistift zu nehmen, um sie zu konturieren, in den Sand am Meer, dort wo die Wellen ufern und sie sich den Körper nehmen, mein Körper und in wegtragen in den ihren und es bedeutet schwimmen, schwimmen und sich treiben lassen in Sprache, um anzukommen, dort, wo ich zu Dir sage, weisst Du?