16/20 – abandoned thread

Hier beginnt die Poesie, der Zauber, die Kunst, das „in diesem Zustand des Anfangs sich Befindens“.

Hier beginnt die Poesie, der Zauber, die Kunst, das „in diesem Zustand des Anfangs sich Befindens“.

Die Zeit steckt im Unvollendeten. Wesentliches entgleitet ihr in den See der Erinnerung.

Und die Engel fassen sich zusammen. Eine Blume durchquert ihren Schattenwurf. Ausserhalb ist der andere Teil unserer Selbst, das Innere spiegelnd. Stehe ich dort, sehe ich in die Weite und denke die Welt rund. So komme ich immer an. Nicht immer da, aber sicher dort, wenn ich nur lange, sehr weit gehe. Gehend bin ich noch immer. Immer noch gehe ich. In Wirklichkeit ist es nicht so. Stets bleibe ich. Ich bleibe und meine Seele geht rundherum. Sie entschlüpft und landet. Immer von Neuem. Ich füge mich der Geschichte. Die Seele schüttelt den Kopf. Ich überlege, ob eine Seele einen Kopf hat. Die Seele ist ein Wunder. Wunder müssen nicht Köpfe schütteln. Oder vielleicht doch? Die Zeit läuft davon und ich bleibe stehen und sehe ihr nach. Es muss noch etwas anders geben wie sie. Wie sonst könnte ich ihr zusehen, wie sie eilt und meinem Blick entschwindet?

Eine Albernheit in der Überbrückung einiger Zeitabschnitte. Ich schaue in den Wind. Er bläst mir in die Ohren. Da ist nichts. Auch hier erfindet sich die Welt nicht an einem Tag. Vielleicht in mehreren, so wie die Blumen wie Stecknadeln den Wiesenstoff mit der Erde zusammen halten und einen Teppich ergeben. Einen fliegenden wünsche ich mir. Dann wache ich auf und nichts ist anders. Ich bleibe in der Zeit verteilt. Eine Weggerade mäandert durch die gedüngten Wiesen. Mäusetunnel zirkeln durch das mattbraune Grün. Der Himmel ist blau. Das Heute dauert ewig, die Melancholie in der Höhe, ein Ton, zwischen die Bergspitzen gespannt. Alles hat sich mit der Ferne verbündet und bleibt eine fugengleiche Distanz.

Die Gelegenheit sieht mich nicht. Ich entwerfe sie, ohne sie auszuführen. Das Geld fehlt überall. Das liegt in seiner Natur. Ich nehme mir viel vor und habe keine Ahnung. So falle ich immer wieder auf die Füsse. Das ist ein eigenwilliger Gedanke. Geistige Heimat ist ortlos und braucht viel Platz.

Wer bestimmt den Zeitpunkt, wann ein Zenit überschritten, hinter mir liegt? Im Nichts ist auch ein Nichts. Wenn ich mir das Nichts überlege, wird es. Ich staune. Der Mensch ist ein Wirbel und macht viel Unordnung. Kultur ist etwas anderes. Kultur ist etwas Gemeinsames.

Gedanken bringen immer sehr viel Unruhe. Ich stehe auf und laufe hinunter auf die Strasse und um die Ecke. Hier kaufe ich mir ein Baguette und werfe dem Mann eine Münze in den Becher, aber nur, wenn er mich nicht danach fragt. Das ist unsere Abmachung, die er aus Gewohnheit vergisst. Wir leben von sehr wenig Geld und Quadratmetern Wärme, denke ich. Ich kehre dann zurück in das Haus, an dessen Ecke er sitzt, auf dem Koffer mit der kleinen Heizung drin, die er mit seinem Arbeitskollegen am Morgen installiert.

Ich nehme mich ins Gericht und bin ein Kreuzfeuer. Die Bewegung hat sich in Gang gesetzt. Ich bin die Ursache, aber nicht die Schuld. Koordinaten sind anstrengend. Ob der Plan gelingt?

Was sieht, wenn ich die Augen schliesse? Ich stehe am Platz mit dem Namen Derrida. Die Zusammensetzung der Stunden ergibt mehr wie einen Tag. Eintreten ist räumlich.

Es gibt es nicht. Wenn ich jeden Tag schreibe, wird mein Leben nie enden, schreibe ich. Im Hier ist alles einwenig unendlich. Ich frage mich, warum ich mir ein Ende vorstelle, wenn es immer weiter geht. Das Leben endet nicht mit dem Streben. Das Sterben kann ein Leben lang dauern, bis der Tod da ist und wenn er da ist, geht er weiter. Vielleicht geht er an mir vorbei. Die Verstorbenen sprechen dauernd, nur glauben wir nicht daran, dass sie es auch sind, die Worte in unsere Gedanken und Leben einschleusen. Mehr wie wir ahnen. Ein Teil von ihnen ist immer mit uns und ein Teil von uns, mit ihnen.