


S1. Seeland. Welche Farbe hat der Wind über der Wasserfläche eines Süsswassersees? Welche Farbe hat das Wort Welle? Welche Farbe klingt eine Oktave höher wie Schilf. Warum sind die Möwen am See kleiner wie diese in Genua? Warum sehe ich nie den Horizont des Sees? Warum fliesst das Wasser des Sees nicht in die Richtung, in der die Winde wehen? Vergeht die Zeit am See in einer Minute anders, wie am Meer? Warum sind hier die Wellen kleiner? Wo sind die grossen Schiffe? Warum sind die Muscheln nur weiss? Wie viele Wolken überqueren einen See. Warum geht die Sonne nicht im See auf? Wie ist die Stille im See zu finden? Was sammelt die Worte in einem See aus kleinen Wellen? Welche Farbe hat die Nacht am See? Warum ist die Dämmerung blau? Warum ist die Mondstrasse auf dem See nur einen kurzen Augenblick lang zu sehen? Wo sind die Wiesen? Wie überquert ein Schmetterling einen See? Wer wohnt im Wasserschloss? Wie tauchen Vögel? Wie fliegen sie unter dem Wasserspiegel ? Warum ist es im Winter am See so kalt? Wie klingt der Wind im Schilf? Warum steigen im Winter die Nebel vom See über den Hügel.? Wo sind die Palmen? Wer füttert mit mir die Schwäne? Wer zählt mit mir die Augenblicke? Was sind Augenblicke? Wie viele rote Bänke stehen rund um den See? Was ist eine Landschaft mit See? Wie klingt Regen auf dem Wasser? Diese und andere Fragen stellte ich mir seit der Rückkehr vom Meer und meinen täglichen Ausflügen an den See im Seetal. Sie führen die Textfragmente und die Fotoserie aus Genua weiter und bilden einen monologischen Transit GENOVA-SEETAL. Dieser Teil der Installation ist den Unterschieden und den Gleichungen zweier Wasserflächen, Wellenarten und Ufern gewidmet. Sie bebildern und beschreiben die Suche nach der Poesie einer „gewöhnlichen“ Landschaft, in der man wohnt und lebt und arbeitet und nicht Ferien macht.
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M1. Eine Minute für einen Ton. Seit vier Jahren versuche ich eine Minute Stille aufzunehmen. In dieser Zeit auf dieser Welt ist es nicht möglich auch nur für eine Minute natürliche Geräusche auf einen Tonträger zu bannen. Pausenlos sind Auto, Flugzeug, Musik, Rasenmäher, Staubsauger oder sonstiger Maschinenton zu hören. Für diese Installation werde ich eine kleine Serie Kurzfilme drehen, die einem Ton gewidmet sind, einem Ton der meinen Alltag begleitet, meinen Alltag und der Arbeit im Restaurant, im Schloss Hallwyl, am See, in meinem Atelier, in der Stadt, auf der Wiese, auf meinen Reisen und in meiner Suche, nach einem Instrument, das ich aus Versehen zurückgelassen hatte, als ich zur Linie am Horizont aufgebrochen war.



L1. Die Linie Horizont und ihre Farben. Ein grosser Teil der Installation wird aus den vielen Horizontteilchen komponiert sein. Diese Teilchen im Leerschlag der Zeit, da, wo die Vielschichtigkeit der Welt sich am nächsten ist und dort, wo der Übergang von einem ins andere stattfindet, sind die Teilchen ein kleiner Teil der Ordnung, die sich umordnet und neu anordnet. Immer sind Töne im Spiel



T1. Tonspur. Über der Linie Horizont die Töne der Farben. Sie steigen auf, sie fallen, sie sammeln sich, sie lösen sich auf. Sie erzählen die Geschichten der Zeit in Raum über die Oktaven. Jedem Teilchen in der Tonspur ist ein Ton gewidmet. Aus ihnen wird im Laufe der Zeit die Komposition für einen Minutenton entstehen.
V2/F1



F1. Der Anfang dieser Arbeit war eine Reise in den Süden, eine Reise in eine Stadt am Meer, einer Reise, die acht Monate dauerte und dieser Linie gewidmet ist, von der ich sage, dass sie mich mit dem verbindet, was ich noch nicht weiss; Die Linie Horizont. Jeder Tag beginnt mit einer Farbe. Das erste Farbteilchen dieser Arbeit war ein kleines rotes Kartonstück auf dem ich beinahe beiläufig zu einem grossen Bild, das ich in Arbeit hatte, eine Rotmischung ausprobierte. Während ich das kleine Teilchen bemalte, schien der gesamte Raum in dem ich wohnte und arbeitete, mit einem Mal verändert. Ich begann, nun, Tag für Tag solche kleine Tonteilchen, wie ich sie nenne, zu bemalen. So wurde diese „Probestückchen für Farbtöne“ zu einer meiner wichtigsten Arbeiten, die ich in Genua realisierte und die ich jetzt, seit ich wieder im Norden bin, weiterführe, um sie zu einer Rauminstallation wachsen zu lassen, in der sich das Südlicht und das Nordlicht begegnen.
V1



LA PRIMA. Ausgangslage dieser Installation für den Kunstraum Aarau und das Oneminute-Festival in Aarau, ist die Arbeit : Genueser Fragmente, eine Installation, die während des Atelierstipendiums letzten Jahres, in Genua entstanden ist. Die 108-teilige Arbeit ist eine Art begehbares Tagebuch mit Zeichnungs- und Farbnotizen der Stadtimpressionen. Seit meiner Rückkehr in die Schweiz an den Hallwylersee, führe ich diese Arbeit mit den Fragmenten weiter und erweitere sie mit Tonteilchen und Filmclips zur Rauminstallation= transito Genova-Aarau, eine Fuge für eine Minute, einen Ton, einen Raum, zwei Mikrofone und zwei Beamer Da es sich um eine sehr komplexe, labyrintartige Arbeit handelt, richte ich dieses Blogtagebuch ein, in dem ich fragmentarisch über die Entstehung der Teilchen, der Ton-und Filmclips für den Raum berichte.