
P10 Ich lese die Zeit in ihren Bildern die vergehen und neu entstehen und in Worten, die das was entsteht und vergeht in ihrer Zeit benennen.

P10 Ich lese die Zeit in ihren Bildern die vergehen und neu entstehen und in Worten, die das was entsteht und vergeht in ihrer Zeit benennen.


Wo. Welcher Wind hatte den Morgen in einen feinen Nebel gehüllt und das Wort „Sommer“ in längere Nächte?


P9 4. Montage. Am Anfang ist die Zeit Stille.


P8 3. Montage. Ein Raum, eine Ordnung, die Vielfalt der Dinge und unendlich viele Möglichkeiten sie anzuordnen und doch ist es in einer Minute, nur eine Anordnung dieser Ordnung, die sichtbar wird.


P7 2.Montage. Licht im Raum; es wandert, ein anderes bleibt stehen, beide kreuzen flimmernd projiziertes Farbgewässer. Fische fliegen im Quadrat, schweben im Grün, das sie umspült. Der Ventilator kühlt das Wasser. Der Raum bleibt still. Fische fliegen, sie trinken Luft. Ich notiere Zeiten an die Wand der einen Wirklichkeit.


P6 1.Ordnung. Wie die Schiffe kommen und gehen, bestimmen die Stunden die Zeit, in denen das Kommen und Gehen, Räume in Räume verschiebt. Inventar: 480 Teilchen, 6 Minuten Film, 1 Wasserwaage, 1 Schachtel Nägel, 1 Meter, 3 Rollen Klebband, 1 Bleistift.


Vergangen. Vielleicht waren wir einfach Zeitgeschwister, ich und Du in einer aussergewöhnlichen Lebenslage. Doch wer kann diese so bestimmen, dass sie nicht jeden Tag doch stattfindet und wir sagen können, dass Alltage nicht existieren, weil heute ein anderes Heute ist, wie das Heute des Morgens? Die Tage werden nicht kürzer und länger. Vielleicht atme ich heute einen Atemzug mehr wie gestern und die Stunden berühren die Uhr in ihrem Werk.

P5 1.Montage. Da wo Schatten die Sprache in ihrer Kontur umlichten, als ein kleines Feld mit einem Bild, ist in ihrer Mitte eine Lücke aus Worten die nichts umschreibt. Ich versuche im Leeren das Grosse im Kleinen in ein Alphabet zu fassen und finde doch immer nur Raum im Raum und ein kleines Bild im Ganzen.


T12 Genua. Strandgut. Eine Stadt im Sommer. Tauben. Eine Unruhe. Ein flüchtiger Blick. Die Strassenflucht. Das Abendlicht, ein Schimmer hinter Glas am blauen Himmel. Tauben. Eine Liebesgeschichte über den Dächern. Treppen vor Hauseingängen, zwischen Hafenmauern. Die Hitze flimmernder Plätze. Mitternacht. Ornament. Stimmenfragmente in den Gassen. Rollende Blechdosen. Türen. Rufen. Stille. Auffliegende Tauben. Möwen. Möwen.


Etwas hatte das Leben angetippt, nur leicht, aber unmissverständlich.