T1/E3

 

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129// Wendeltreppen. …doch, Tage und Nächte habe ich notiert. Die Sprache in eine elektronische Maschine übertragen. In eine andere Welt. Das Geräusch. Der Rhythmus des Denkens ist ein anderes. Ein anderes Leben, mein Leben, dein Leben. Und zwischen ihm die Vögel. Nachtflug. Die Zeit entgleitet. Windwechsel, Seitenwechsel, die Einsicht in die Tiefe dessen, was fliegt. Dort, schwebend der Geist in allen Dingen. Ich zähle die Augenblicke zur Zeit. Die Stille überwiegt. Dichter Nebel. Meine Erinnerung. An Sommer gedacht, an Dächer und die Tauben auf dem Fensterbrett. Was hatte man zurückgelassen? Auf eine Reise mitgenommen? Zuhause, dachte ich, sei dort, wo ich stehe. Liebe, so dachte ich, sei da, wo ich liebe. Ich steige Treppen.

 

E2

 

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154// Nachtzeppelin. Einen Anker setzen. Über den Ufern schwebt der Nebel. Das Licht, sanft neigt es sich über Schilfrohre. Wellen wiegen sie. Ich hatte nicht an die Form gedacht, die festlegt, was schwebend im Weiss entschwindet.

 

E1

 

wunder

135//…es ist nicht weit nach Eden…

 

meer

 

-Liegestunden-…man lacht, trocknet das Salzwasser vom Körper und legt sich hin. Etwas scheint in dauernder Bewegung zu sein, auf der Lauer, den Augenblick einer Unaufmerksamkeit in der Konzentration auf das Nichtstun abwartend. …man schweift ab, verliert den Anfangssatz aus den Augen; das Bild einer Frau. Sie sass im Sessel der Rezeption in der Eingangshalle. Vor ihr auf den Glastisch einige Journale, Tageszeitungen, Fachzeitschriften. Flüchtig gleitet ihr Blick über die Abbildungen und Schlagzeilen; Einblicke in fremde Leben fremder Menschen, fern dieses Ortes. Wir befinden uns auf einer Insel ohne Natelverbindung, ohne Internetanschluss. In der Eingangshalle war es angenehm kühl. Ein Windzug bewegte die Gardinen. Soll ich ihnen etwas bringen? Sie nickte. Wasser, einfach Wasser und einen Kaffee. Bitte. Ihre Stimme war leise, aber bestimmt. Aus dem Garten hörte man die Zikaden schreien. Heute wird es sehr heiss werden, sagte die Signora und stellte das Tablett mit dem Kaffee und dem Glas Wasser vor sie auf den Tisch. Sie nickte. Das bedeutet wenig Gäste heute. Sie nickte wieder, drehte ihren Kopf, als wolle sie ein Zeichen geben, dass sie nicht beabsichtige, das Gespräch weiter zu führen. Wo war sie stehen geblieben?

 

N

 

-Liegestunden- …vor jedem Augenblick, ein anderer…

 

N

 

-Zwischenzeile-…das Schreiben öffnet, was noch nicht entdeckt ist, was erahnt oder begriffen werden will; Eine Spiegelung der Weltformeln.

 

N

 

-Zwischenzeile-…Tage wie diese, in denen die Zeit vor ihrer Zeit, vor ihrem Anfang zum Tag, zeitlos erscheint, als gäbe es nichts, was einen Schatten werfen und sie aufhalten könnte, sind Tage, in denen die Zeit still steht und in ihrer Dauer dämmert.

 

N

 

-Liegestunden-…man gleitet durch den Tag, durch die Stunden, döst, nickt ein, liegt, dreht sich, überlässt sich dem Rauschen, der Monotonie, beobachtet den Farbverlauf am Horizont, raucht eine Zigarette, das Zeitgefühl verliert sich, der Wille etwas zu tun, das Stimmengewirr der Badegäste, der Chor der Zikaden, das Mantra der Wellen, man sucht nichts anderes, wie einfach Körper zu sein der liegt.

 

N

 

-Liegestunden-…es war Meer und ich lag, wie die Stunde im Tag und das Denken, dachte ich, setzte das Gedachte in Gedanken fort. Ich vergass. Und bevor es mich einholte, liess ich es fallen.

 

B

 

plan5

-Zwischenzeile-…das alltägliche Leben…Trompe-l’œil…der Blick aus dem Fenster auf das Meer. Das Meer, es brandet, brennt in den Augen…das Salz auf der Stirn, dachte ich, als küsste ich einen Spiegel.

 

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